Whois-Lookup
Domainregistrierungsdetails einschließlich Registrar und Daten nachschlagen.
Was ist WHOIS?
WHOIS ist ein Protokoll und eine Datenbank, die oeffentliche Registrierungsdaten von Domainnamen und IP-Adressen bereitstellt: Inhaber, Registrar, Ablaufdatum und DNS-Server.
Jede registrierte Domain hat einen WHOIS-Eintrag bei der zustaendigen Registry (.com bei Verisign, .de bei DENIC). WHOIS wurde 1982 eingefuehrt und ist trotz DSGVO-Einschraenkungen immer noch das primaere Tool fuer Domain-Recherche.
Wie ICANN und Domain-Registries WHOIS verwalten
WHOIS-Daten sind nicht in einer einzigen zentralen Datenbank gespeichert. Stattdessen betreibt jede Domain-Registry – die Organisation, die eine Top-Level-Domain (TLD) verwaltet – ihren eigenen autoritativen WHOIS-Dienst. Verisign betreibt die Registry für .com und .net; die Public Interest Registry verwaltet .org; jedes Land hat seine eigene nationale Registry für länderspezifische TLDs wie .uk (Nominet) oder .de (DENIC). Unterhalb der Registry steht der Registrar: ein Unternehmen wie GoDaddy, Namecheap oder Google Domains, bei dem Sie eine Domain registrieren. ICANN, die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, legt die Richtlinien in ihrem Registrar Accreditation Agreement (RAA) fest, das akkreditierte Registrare verpflichtet, Registrierungsdaten zu erheben und einen WHOIS-Dienst öffentlich auf Port 43 zugänglich zu machen.
Für generische TLDs (.com, .org, .net, .info u. a.) hat ICANNs Thick-WHOIS-Richtlinie – ab 2014 schrittweise eingeführt und für alle gTLDs abgeschlossen – die vollständigen Registrierungsdaten auf Registry-Ebene gebündelt, sodass sie aus einer autoritativen Quelle abrufbar sind statt über Hunderte von Registrar-Datenbanken verteilt zu sein. Länderspezifische TLDs werden unabhängig geregelt und variieren stark: Manche veröffentlichen vollständige Kontaktdaten, andere nur die Nameserver.
Was zeigt WHOIS?
- Registrant — Name und Kontaktdaten des Domain-Inhabers (oft durch WHOIS-Privacy-Service verdeckt).
- Registrar — der Anbieter, ueber den die Domain registriert wurde (z.B. IONOS, Namecheap, GoDaddy).
- Erstellungsdatum — wann die Domain erstmals registriert wurde. Aeltere Domains haben oft hoehere SEO-Autoritaet.
- Ablaufdatum — wann die Domain erneuert werden muss. Abgelaufene Domains koennen von anderen registriert werden.
- Name-Server — die DNS-Server, die fuer die Domain zustaendig sind (z.B. ns1.example.com).
WHOIS-Domain-Statuscodes verstehen
Ein WHOIS-Datensatz enthält einen oder mehrere EPP-Statuscodes (Extensible Provisioning Protocol), die den aktuellen Zustand der Domain beschreiben. Die häufigsten Codes sind:
- clientTransferProhibited — der Registrar hat die Domain gesperrt, um einen unautorisierten Transfer zu einem anderen Registrar zu verhindern. Die meisten aktiven Domains tragen diese Sperre.
- clientUpdateProhibited — Änderungen an den Registrierungsdaten der Domain sind auf Registrar-Ebene blockiert.
- serverDeleteProhibited / serverTransferProhibited / serverUpdateProhibited — Sperren auf Registry-Ebene, die in der Regel für Premium- oder gesponserte Domains gesetzt werden.
- pendingTransfer — ein Registrar-zu-Registrar-Transfer ist im Gange (dauert üblicherweise fünf Tage).
- redemptionPeriod — die Domain ist abgelaufen, und der Registrant hat ein Zeitfenster (in der Regel 30 Tage), um sie wiederherzustellen, bevor sie für die öffentliche Registrierung freigegeben wird.
Wenn nur active ohne Sperrcodes angezeigt wird, könnte die Domain leicht transferiert oder geändert werden – ein potenzielles Sicherheitsrisiko, das der Registrant beheben sollte.
DSGVO und die Schwärzung von WHOIS-Daten seit 2018
Mit dem Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) am 25. Mai 2018 änderte sich die Verfügbarkeit öffentlicher WHOIS-Daten grundlegend. Da Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Postanschriften einzelner Domain-Registranten unter die DSGVO fallen, waren Registrare im Geltungsbereich des europäischen Rechts verpflichtet, diese Daten nicht mehr in nicht-authentifizierten WHOIS-Antworten zu veröffentlichen. Nahezu über Nacht wurden die Registrant-Kontaktfelder, die seit Jahrzehnten öffentlich einsehbar waren, durch „redacted for privacy" oder Weiterleitungsadressen eines Datenschutz-Proxy-Dienstes ersetzt.
ICANN reagierte mit einer Temporary Specification (später dauerhaft als Registration Data Policy 2019 festgelegt), die festlegt, welche Felder öffentlich bleiben müssen (Domain-Name, Registrar, Erstellungs- und Ablaufdatum, Nameserver, Statuscodes) und welche für natürliche Personen geschwärzt werden müssen. Organisationen – Unternehmen und andere juristische Personen – dürfen weiterhin namentlich erscheinen, da ihre Registrierungsdaten im DSGVO-Sinne keine personenbezogenen Daten sind. Das bedeutet: Eine Abfrage für eine große Unternehmens-Domain zeigt oft noch Firmenname und Land, während eine Abfrage für eine privat registrierte Domain nur die Daten des Proxy-Dienstes ausgibt. Strafverfolgungsbehörden und akkreditierte Forscher können nicht-öffentliche Daten über ICANNs System for Standardized Access/Disclosure (SSAD) anfordern, doch das Verfahren ist aufwendig und wird noch weiterentwickelt.
RDAP – der moderne Nachfolger des WHOIS-Protokolls
Das klassische WHOIS-Protokoll (RFC 3912) stammt aus dem Jahr 1985. Es liefert Nur-Text-Antworten ohne Authentifizierung, ohne standardisierte Feldnamen und ohne Möglichkeit, einen menschlichen Leser von einem Harvesting-Bot zu unterscheiden. Die IETF entwickelte RDAP (Registration Data Access Protocol, RFC 7480–7484) als autoritativen Nachfolger. RDAP-Antworten sind strukturiertes JSON, das maschinell lesbar ist, ohne anfälliges Text-Parsing. RDAP unterstützt Authentifizierung, sodass Registries unterschiedlichen Abfragern (anonymen Nutzern, Registraren, Strafverfolgungsbehörden usw.) verschiedene Detailstufen bieten können, und es unterstützt internationalisierte Domain-Namen mit Nicht-ASCII-Zeichen. ICANN verpflichtete alle gTLD-Registries und Registrare ab dem 26. August 2019, RDAP zu unterstützen. Dieses Tool fragt RDAP statt des veralteten WHOIS ab, um genaue, strukturierte Ergebnisse zu liefern.
Legitime Verwendungszwecke für WHOIS- und RDAP-Abfragen
WHOIS-Abfragen dienen einer Vielzahl legitimer Zwecke:
- Verfügbarkeit und Ablauf von Domains prüfen — feststellen, ob ein Name bereits vergeben ist und wann er ablaufen könnte, um ihn zu registrieren oder vorvormerken zu lassen.
- Markenschutz — Unternehmen überwachen WHOIS-Datensätze auf neu registrierte Lookalike-Domains (Typosquatting oder Markenmissbrauch), die für Phishing oder gefälschte Waren genutzt werden könnten.
- Sorgfaltsprüfung beim Domain-Kauf — Überprüfung der Registrierungsgeschichte, Identifizierung des tatsächlichen Registrars und Bestätigung, dass die Domain keinen Rechtsstreitigkeiten unterliegt.
- DNS-Fehlerbehebung — Bestätigung, welche Nameserver für eine Domain autoritativ sind; dies ist der erste Schritt bei der Diagnose von DNS-Propagationsproblemen.
- Sicherheitsforschung und Incident Response — Identifizierung des Registrars einer bösartigen Domain, um einen Abuse-Report einzureichen, oder Überprüfung, ob eine verdächtige Website kürzlich registriert wurde (eine neue Domain kann ein Phishing-Indikator sein).
So verwenden Sie dieses Tool
Geben Sie einen Domainnamen ein (z.B. example.com). Das Tool fuehrt eine WHOIS-Abfrage durch und zeigt alle verfuegbaren Registrierungsinformationen uebersichtlich formatiert an.
WHOIS-Privacy und DSGVO
Seit der DSGVO (2018) werden persoenliche Daten europaeischer Domain-Inhaber im WHOIS nicht mehr oeffentlich angezeigt. Viele Registrare bieten WHOIS-Privacy-Services an, die die Kontaktdaten durch einen Proxy-Service ersetzen. Fuer .de-Domains zeigt DENIC nur eingeschraenkte Daten.
Häufige Missverständnisse über WHOIS
- „WHOIS zeigt immer den echten Eigentümer." — Nicht mehr seit 2018. DSGVO-Schwärzungen und Datenschutz-Proxy-Dienste bedeuten, dass die meisten privat registrierten Domains heute nur noch die Kontaktdaten des Proxy-Dienstes anzeigen, nicht die Identität des Registranten.
- „WHOIS ist in Echtzeit." — WHOIS-Daten können tatsächlichen Änderungen um Stunden oder sogar Tage hinterherhinken, während Registrare und Registries ihre Datensätze synchronisieren.
- „Eine WHOIS-Abfrage deckt alle TLDs ab." — Es gibt keinen einzigen globalen WHOIS-Server. Jede Registry betreibt ihren eigenen Dienst; eine Abfrage für eine .uk-Domain geht an den WHOIS-Dienst von Nominet, nicht an den von Verisign.
- „WHOIS und DNS sind dasselbe." — DNS ordnet einem Domain-Namen eine IP-Adresse zu und regelt das Mail-Routing. WHOIS/RDAP ist der Verwaltungsdatensatz darüber, wer den Namen registriert hat und bei wem – zwei völlig getrennte Systeme.
Haeufig gestellte Fragen
Kann ich sehen, wem eine Domain gehoert?
Nur wenn kein Privacy-Service aktiv ist. Viele Domains zeigen nur den Registrar und den Privacy-Service. Fuer .de-Domains koennen Sie bei DENIC eine erweiterte Abfrage stellen (mit berechtigtem Interesse). Firmendaten sind oft noch sichtbar.
Wie kann ich eine abgelaufene Domain registrieren?
Nach Ablauf hat der Inhaber eine Karenzzeit (30-45 Tage). Danach: Redemption-Phase (30 Tage). Dann: Pending-Delete (5 Tage). Erst danach wird die Domain frei. Dienste wie ExpiredDomains.net listen ablaufende Domains. Begehrte Domains werden von Backorder-Services sofort registriert.
Was ist der Unterschied zwischen WHOIS und RDAP?
WHOIS (RFC 3912) ist ein Nur-Text-Abfrageprotokoll aus dem Jahr 1985 ohne standardisiertes Ausgabeformat. RDAP (Registration Data Access Protocol) ist sein IETF-standardisierter Nachfolger, eingeführt 2019. RDAP liefert strukturiertes JSON, unterstützt authentifizierungsbasierte Zugangsstufen und verarbeitet internationalisierte Domain-Namen. ICANN hat alle gTLD-Registries seit August 2019 verpflichtet, RDAP zu unterstützen. Dieses Tool fragt RDAP-Endpunkte ab, um genaue, strukturierte Ergebnisse zu erhalten.
Warum zeigt die Abfrage einen Datenschutz-Dienst statt des echten Registranten?
Seit dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 sind Registrare verpflichtet, die persönlichen Kontaktdaten (Name, E-Mail, Telefon, Adresse) einzelner Domain-Registranten in öffentlichen WHOIS- und RDAP-Antworten zu schwärzen. Der Registrar ersetzt diese Angaben in der Regel durch die Daten eines Datenschutz-Proxy-Dienstes. Wurde die Domain von einem Unternehmen statt einer Privatperson registriert, können Organisationsname und Land noch erscheinen, da Unternehmens-Registrierungsdaten im Sinne der DSGVO keine personenbezogenen Daten sind.